Wir befinden uns im Frieden

„Mit dem Anschlag von Nizza sei unserer gesamten zivilen Gesellschaft der Krieg erklärt worden, sagte die französische Schriftstellerin Gila Lustiger. Darauf müsse die ganze Zivilgesellschaft jetzt auch reagieren. Kriegsrhetorik sei aber nicht die passende Antwort.” So schreibt die Onlineredaktion von Deutschlandradio am 15.7.2016, sie wird Gila Lustiger nicht die falschen Worte untergeschoben haben. In sich sind sie aber, meine ich, und namentlich der erste Satz, falsch. Sie sind nicht zuletzt verfrüht, denn außer dem Namen und Alter des Attentäters ist noch nicht viel im Zusammenhang mit den Geschehnissen von Donnerstag bekannt. Es war von keinem Bekennerschreiben die Rede, Daesh hat die Tat nicht für sich reklamiert, so dass es durchaus gerechtfertigt scheint, die Verantwortung bei diesem psychisch gestörten Einzelnen zu suchen, den weder religiöse noch politische Motive angestachelt haben, und dessen Antrieb allein in seinem Wahnsinn oder Narzissmus zu suchen ist, vielleicht. (Dem Vernehmen nach war die Uferpromenade nicht abgesperrt. Kein Polizeifahrzeug stand dem Lastwagen im Weg. Bei einem Besuch in Rom und Neapel sah ich Polizei und Militär auf den Straßen; sie zeigten Präsenz und demonstrierten Wehrhaftigkeit e basta.) Wenn aber Präsident Hollande nach seinem letzten Friseurbesuch (wahrscheinlich kommt der Friseur zu ihm in den Palast) das Verbrechen von Nizza dazu nutzt, um abermals einen [erg.] herbeizureden, dann sehe ich in diesen Äußerungen eine ähnliche Paranoia am Werk, wie wir Westler sie – zu Recht, würde ich sagen – Freund Erdogan unterstellen. Mir jedenfalls scheint es eine Tatsache zu sein, dass wir uns im Frieden befinden, mag dieser auch vielfach beschmutzt sein, beispielsweise durch Waffengeschäfte, aus denen z. B. Deutschland (deutsche Firmen) legendäre Verdienste zieht, auch Frankreich (französische Firmen). 2012 erhielt die Europäische Union den Friedensnobelpreis, der Teufel weiß warum. Es sollte unserem Verein eine Verpflichtung sein, eine Beilegung der globalen Unordnung im friedlichen Handeln zu suchen. Die eilige Verlängerung des Ausnahmezustands bei unseren westlichen Nachbarn (ein Schelm, der Böses dabei denkt) ist nur insofern im Sinne des Stifters Alfred Nobel, als dieser mit Dynamit zu Reichtum gekommen ist.

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11 Kommentare zu “Wir befinden uns im Frieden

  1. Ich frage mich, ob die Feststellung einer „Kriegserklärung“ nicht auch zum Schutze der Bevölkerung ausgesprochen wird. In meinen Augen ist es völlig unverantwortlich nach jedem Attentat über die Medien verkünden zu lassen, die Bevölkerung solle doch bitteschön keine Angst haben, d.h.: bitte weiterhin fröhlich konsumieren, Frieden und heile Welt spielen, wo es eine reale Bedrohung gibt.

  2. Ja, es würde aber genügen, von einer „Bedrohungslage” zu sprechen. Das wäre eine verantwortungsvolle, zivile, defensive Reaktion. Die Rede vom „Krieg” lässt die Dämonen von der Kette. Wer behauptet, er sei von Krieg bedroht, droht mit dem Krieg und verrät die Werte, die zu schützen er vorgibt.

  3. Mir wird immer ganz anders, wenn verallgemeinert wird und behauptet wird, dass irgendwer sich plötzlich im Krieg befindet, in diesem Fall „die gesamte zivile Gesellschaft“. Mich macht solch ein nachlässiger Gebrauch von Sprache, noch dazu, wie in diesem Falle angeführt, von einer Schriftstellerin, wütend. Nicht nur, weil alle unreflektiert und ungefragt in einen Topf geworfen werden. Ich sehe es wie Du, dass wir im Frieden uns befinden, und diese Kriegsrhetorik, wie Du es so treffend formulierst: „die Dämonen von der Kette lässt“. Das macht was in den Köpfen der Leute und facht Panik an und in Panik kann man die Dinge nicht mehr klar sehen und damit umgehen. Ich fühle mich beispielsweise weder be-/geschützt noch adäquat informiert, wenn von einer Kriegserklärung gesprochen wird, im Gegenteil. Danke für Dein Posting.

  4. Ich bin da anderer Meinung. Der Fehler im Statement von Gila Lustiger scheint mir zu sein, dass sie die Kriegserklärung ausgerechnet am Anschlag von Nizza festmacht. Die Kriegserklärung hat viel früher stattgefunden, denke ich, ich würde sie bei 9/11 verorten. Und tatsächlich richtete sich diese Kriegserklärung gegen die gesamte westliche Zivilgesellschaft. Es ist ein Guerillakrieg gegen Zivilisten. Da kann man jetzt schon debattieren, ob das Wort „Krieg“ für diese Art von Auseinandersetzung das richtige ist, denn es treten hier offenkundig nicht die klassischen Armeen von klassischen Nationalstaaten gegeneinander an, wie es früher war. Sondern im Gegenteil verüben jetzt offenbar auch verirrte Einzeltäter Attentate wie in Nizza, die möglicherweise mit den Headquarters des IS gar nicht abgesprochen und geplant waren, aber doch in deren Sinne und nach deren Mustern ausgeführt. Und diese Anschläge hören halt nicht auf, London, Madrid, Charlie Hebdo, Paris, jetzt Nizza, weswegen mir auch kein anderes Wort als Krieg mehr dafür einfällt. Mir geht das deswegen so nah, weil die Lehrerin und die zwei Schülerinnen aus Berlin, die bei dem Attentat getötet wurden, von der Schule meiner Tochter waren. Da liegen jetzt Blumen und Grabkerzen vor dem Schulgelände, auf das sie täglich geht. Und drum habe ich tatsächlich das Gefühl, dass das ein Krieg ist. Kein Krieg gegen Frankreich, sondern gegen uns alle, gegen die zivile Gesellschaft, in der Tat.

    Ich weiß auch nicht, wie man auf solche Anschläge adäquat reagieren sollte, wie dieser Wahnsinn zu stoppen wäre. Aber wir stecken auch den Kopf in den Sand, wenn wir nach jedem Anschlag uns immer wieder nur suggestiv einreden: Wir befinden uns ja im Frieden, wir befinden uns ja im Frieden … Es mag nicht richtig Krieg sein, nicht wie man ihn aus den Geschichtsbüchern kennt. Aber Frieden ist das auch nicht.

  5. Ich lasse Dir Deine Meinung, schließe mich ihr aber nicht an. Auch in früheren Jahrzehnten gab’s Attentate und Terroranschläge, niemand hat da von Krieg gesprochen. Der Typ aus Nizza, der die SMS bekommen hat („Ich brauche mehr Waffen!” [sinngemäß]), der muss natürlich festgenommen und vor Gericht gestellt werden, wegen Beihilfe zum Mord in vierundachtzig Fällen (wenn es dabei bleibt).
    Die Verbrechen vom 11.9.2001 waren auch keine Kriegserklärung, würde ich sagen – da hat eine Gruppe von Leuten im Namen einer Sache, die ihr angeblich heilig war, ein Massaker veranstaltet und wurde nicht daran gehindert. Vielleicht hat die Flugabwehr Football geguckt, oder die verantwortlichen Stellen haben sich gedacht, na ja. Wie auch immer, die damalige Verwaltung der USA hat dieses Ereignis, wie bekannt, zum Anlass genommen, einen „Krieg gegen den Terror” auszurufen, was aber nur neuen Terror und neues Leid geschaffen hat, die noch andauern, z. B. im Gefängnis von Guantanamo (wie bekannt). Die Sicherheitsfirma von Richard Cheney, Halliburton, hat dabei gute Gewinne eingefahren, auf den Territorien befreundeter oder verbündeter Staaten wurden Foltergefängnisse betrieben usw., dieses ganze hässliche Zeug. Ich will nur sagen: Wer von Krieg spricht, malt sich den Krieg aus und überlegt sich: was gehört dazu. Man gibt die Energie an die falsche Sache. Es scheint mir wichtig, dass sich die Politik am Frieden ausrichtet und diesen sich ausmalt: Was gehört dazu? Im übrigen: Krieg ist eine teure Angelegenheit, die Stationierung von Soldat*inn*en im Ausland kostet sündhaft viel Geld, da hat unsere Flinten-Uschi schon einen Haufen Kohle verpulvert. Es wäre doch viel gescheiter, dieses ganze Geld in konstruktive Programme zu geben, Trinkwasser für alle, kostenloser Schulbesuch, gebührenfreies Studieren, Stipendien, gutes Wohnen usw. usw. Warum sollten sich Regierungen auf die Ebene dieser lachhaften Mörder begeben, die sich schwarze T-Shirts und schwarze Schlotterhosen anziehen und schwarze Piratenfahnen schwenken und mit ihren schwarzen Maschinengewehren in die Smartphonekameras winken und sich den stolzen Namen „Islamischer Staat” anmaßen, als hätten sie irgendetwas mit dem Islam zu tun, als wären sie auch nur im entferntesten verwechselbar mit einem Staat?

  6. „Ich will nur sagen: Wer von Krieg spricht, malt sich den Krieg aus und überlegt sich: was gehört dazu. Man gibt die Energie an die falsche Sache. Es scheint mir wichtig, dass sich die Politik am Frieden ausrichtet und diesen sich ausmalt: Was gehört dazu?“
    Gut.
    Auch von mir ein Ja! zur zivilen Gesellschaft.

  7. Werter Herr Reul,

    Krieg richtet sich seit dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich gegen die zivilen Anteile der Bevölkerung. Aus dieser Beobachtung entstand der Gedanke der Bürgerarmee. Wenn alle Opfer sind, sollten auch alle Täter sein. Diese Potentialitäten würden sich aufheben, so verstand ich immer den Gründungsgedanken der Bundeswehr.
    Das ist kassiert worden, weil die jungen Leute sich zu fein sind, um sich der Realität zu stellen. Sie denken lieber darüber nach, ob es Tierquälerei sei, Milch zu trinken.
    Dieses Land ist nur noch ein Witz, in politischer Hinsicht. Ich finde, wir alle haben kein Recht, das Maul aufzusperren. Wir haben zwei Weltkriege verloren — und sind beide Male Weltkriegsmeister geworden. Schamgefühl hat uns das nicht gelehrt. Der Beifall, den wir uns gespendet haben, war immer ein heimlicher. Umso lauter war er!
    Die Amerikaner, vor allem der farbige Anteil von deren Bevölkerung, hat für uns seit 1945 die Drecksarbeit gemacht. Sie fielen, mit durchlöcherten Köpfen, in die Öllöcher im Irak. Wir haben uns derweil darauf konzentriert, hochwertige Autos zu produzieren.
    Ich bin, solange ich dazu noch in der Lage war, gern Mercedes gefahren. Ganz hervorragende Fahrzeuge!
    Die ersten schwarz vermummten Psychopathen, die ausrückten, Krieg in Terror umzumünzen, waren Deutsche. Sie trugen Runen aus Silber auf ihren Revers!
    Ich bin nicht stolz darauf. Aber wir haben den Weg geebnet, auf dem Krieg zum Terror wurde.
    Gedichte lese ich gern.

    Siegfried Hellström,
    Sturmbandführer a. D.

  8. Lieber Herr Hellström,
    ich hatte schon eine Antwort formuliert, aber dann hat Microsoft mein Programm abstürzen lassen, und jetzt habe ich keine Lust, sie zu rekonstruieren, vielleicht nachher.
    Digitale Medien – immer mit Vorsicht zu genießen. Dieses Blog werde ich natürlich fortführen, aber ich habe mir vorgenommen, demnächst wieder ein (analoges) Adressbuch anzulegen und hin und wieder auf die Dienste der Deutschen Post zurückzugreifen. Die computerisierte Schrift scheint mir doch nur eine Chimäre zu sein, gut gemacht, aber letztlich fadenscheinig und unhaltbar.
    Beste Grüße

  9. Lieber Herr Hellström,
    ich versuch’s noch mal, in der Hoffnung, dass meine Erwiderung auf Ihre polemischen Äußerungen diesmal nicht im digitalen Orkus (oder Orbit) zerstäubt. – Ihre Eltern hätten ihnen als Zweitnamen ruhig auch etwas mit A geben können, das wäre ebenso passend gewesen, besser gesagt: ebenso geschmacklos wie dieses zweimalige S (ich denke an Alfred, Arnold, Aloys, Asterix usw.). Aber das nur nebenbei, ist nicht Ihre Schuld – außer: Sie könnten auf den Zweitnamen verzichten.
    Sind nicht alle Anteile der Bevölkerung zivil (mehr oder weniger)? Ich erinnere mich an die Formel „Staatsbürger in Uniform” als synonyme Bezeichnung für unsere (aber jetzt klinge ich schon gleich wie Ursula von der Leyen) Soldat*inn*en. Ich stelle sie mir, jedenfalls in ihren höheren Rängen, tatsächlich vor als der demokratischen Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verpflichtet (wobei man den Wortinhalt von „demokratisch” immer kritisch prüfen muss, wenn Sie mir diese Binsenweisheit auszusprechen erlauben).
    Aber lassen wir von mir aus die Unterscheidung Zivilist – Soldat bestehen, auch wenn für mich mein Bäcker (ich habe keinen Bäcker, sondern kaufe industrielles, in Plastik verpacktes Brot aus dem Supermarkt, aber egal, nur als Beispiel), wenn er morgen Streifen trägt und einen Helm aufhat, immer noch Handwerker sein wird und nicht Kriegsmann.
    Ich meine, zu allen Zeiten (beileibe nicht erst seit dem Zweiten Weltkrieg) hat unter den Kriegen immer die nicht kriegsinteressierte Bevölkerung am meisten zu leiden gehabt. Sich der Realität zu stellen, das heißt für mich: anerkennen, dass ein Leben in Frieden alternativlos (!) ist. Der Unfriede ist ein alter Zopf. Natürlich hat Andreas Wolf Recht, wenn er zu bedenken gibt: „Es mag nicht richtig Krieg sein, nicht wie man ihn aus den Geschichtsbüchern kennt. Aber Frieden ist das auch nicht.” Aber welche Schlüsse zieht er daraus? Ich entnehme seinen Worten eine unausgesprochene Aufforderung, mit gleicher Münze heimzuzahlen. Das halte ich aber für falsch, weil diese Münze schon lange Falschgeld ist, wie gesagt: ein alter Zopf. Jetzt muss mal etwas anderes probiert werden.
    Nebenbei bemerkt: Ist es etwa Frieden, wenn wir so unverschämt viel Geld mit Rüstungsexporten verdienen? Das ist aber schon lange so, und mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass jemand in Regierungsverantwortung etwas dagegen zu unternehmen für notwendig erachten würde. (Da muss ich dann immer an den Raketentechniker aus „Bowling for Columbine” denken, der vor einem riesigen Marschflugkörper stehend, von Michael Moore zum Schulmassaker in seinem Sprengel interviewt wird und treuherzig sagt, er wisse sich diese Gewalt auch nicht zu erklären.)
    Diese Leute mit den schwarzen Klamotten, die schreckliche Verbrechen verüben, müssen – das würde ich auch sagen – zur Rechenschaft gezogen werden, und wenn sie in ihrem wahnsinnigen Kampf umkommen, ist es mir nicht leid um sie. Aber nur Draufhauen scheint mir auf die Dauer auch nicht die richtige Reaktion – weil es genauso primitiv ist. Wichtig scheint mir festzustellen, woher diese Leute kommen, und was sie dazu gebracht hat, ihr Leben für irgendwas Dummes herzugeben. Dahinter steckt doch wohl eine hochgradige Frustration. Meine Vorstellung wäre also, den Blick (auch) auf unsere Länder zu richten, in denen dieser komische brodelnde Friede herrscht, und zu überlegen, was hier grundsätzlich falsch läuft. Das wäre Ursachenbekämpfung, und dass ein solcher Kampf lohnt und dringlich ist, das bestreite ich gar nicht. Aber das ist ein weites Feld, und so viel möchte ich nun auch nicht kommentieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Meinolf Th. Reul

  10. Lieber Oberstleutnant Reul,

    mir geht es um Folgendes. Es gibt keinen Frieden. Ein solcher ist von der Natur nicht vorgesehen. Aber die Menschen haben den Waffenstillstand erfunden — weit vor dem WWW.
    Um den aber praktizieren zu können, brauchen wir das Eingeständnis: Wir befinden uns im Krieg!
    Wenn Ihr Raketentechniker sich nicht hinter der Illusion eines friedlichen Berufes verschanzen könnte —
    Verschanzen!
    Herr Reul, stehen auch Sie zu Ihren Toten.

    Ihr
    Feldwebel Krause

  11. Zu seinen Toten stehen, das ist ein merkwürdiger Satz. Mir ist klar, dass ich als Bewohner dieses Landes und (weitgehend) Nutznießer seines Reichtums mit schuldig bin, wenn in Bangladesh eine Näherinnenfabrik niederbrennt oder wenn die Leute, die unsere weggeworfenen elektronischen Geräte auseinanderpflücken oder über die Müllhalden stapfen auf der Suche nach vielleicht Verwertbarem, sich Vergiftungen und lebensbedrohliche Krankheiten zuziehen. Kurz: Mir ist klar, dass unser Wohlstand hier mit dem Elend auswärts erkauft ist. Dies einem Naturplan unterzuschieben, scheint mir aber nicht gerechtfertigt. Entlassen Sie damit die Menschen nicht aus ihrer Verantwortung? (Die darin bestünde, nach Wegen des friedlichen Zusammenlebens zu suchen.) Es ist doch alles menschengemacht, würde ich sagen, und menschengewollt – nicht von allen gewollt. Ich wünsche es mir anders, und die, die ich kenne, wünschen es sich auch anders: gerechter. Ich wünsche mir, dass die Politik aufhört, sich zum Hampelmann der Wirtschaft zu machen – nichts zwingt sie dazu -, und dass sie stattdessen originär politische Ziele verfolge, unter ernster Beobachtung und Einhaltung ethischer Standards. Es geht um friedliches Zusammenleben, wie gesagt. Das kann nicht glücken, wenn unser Teil der Erde gegen andere Teile der Erde einen Wirtschaftskrieg führt. (Was spätestens seit dem Rücktritt Horst Köhlers von keinem politisch Verantwortlichen mehr so gesagt wird, klar; stattdessen die Formel: Kapitalismus, Globalisierung – die auch nicht im Ganzen schlecht sein mag, meinetwegen). Hier, meine ich, müsste die Politik ansetzen. Wahrscheinlich darf man nicht auf die Parteipolitik zählen. Aber es gibt ja auch noch Nichtregierungsorganisationen, oder, ganz bescheiden, uns selbst als wirtschaftliche und politische Subjekte, die wir die Möglichkeit haben, fair gehandelte Produkte zu kaufen, zum Beispiel. Gut, bei Kleidungsstücken ist das wahrscheinlich teuer und nicht für alle durchzuführen, aber bei Genussmitteln wie Tee, Kaffee, Schokolade … Worauf warten?
    Also, wenn Sie sagen wollen, dass wir in einem Wirtschaftskrieg uns befinden, dann stimme ich zu: Wir (eher: unsere Regierenden, Bankiers, Wirtschaftskapitäne) haben ihn angezettelt und wir (Sie und ich und alle) halten ihn am Laufen. Mit Natur hat das aber nichts zu tun. Es ist Kalkül.
    Beste Grüße, M.R.

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