Das Ertasten des Raums

Wer am späten Abend durch den Tiergarten Richtung Neue Nationalgalerie fährt, sollte seinen Blick aufmerksam auf die kurze von der Fahrradlampe erleuchtete Strecke vor sich heften. Denn vielleicht liegt quer über den Radweg ein Mann, den der Alkohol schwer gemacht hat, und der nun, bleiern, wie festgeschraubt, aus seiner Rückenlage heraus die Rede gurgelnd an seine Saufkumpane richtet. Er scharrt mit seinen Schuhen faul im Schotter. Sackartig sitzen die Trinker auf der Bank und halten sich die Bierhand ans eingedickte schweräugige Gesicht. Hin und wieder kommt das gurgelnde Sprechen von ihnen, gurgelt herab zu dem Mann, den der Fahrradreifen zwei Handspannen von seinem Scheitel nicht im mindesten beeindruckt.

Auf dem dunkelgrauen Gras und ins tiefere Dunkelgrau des Waldsaums gesunken, braune bauschige Schatten, erstarrt. Die zum Weg hin hocken, halten das Gaslicht kurz, das in gelbem Schein auf den Rasen fällt.

Die Autos stehen mit ihren Schnauzen von der Straße abgewandt und blicken auf die eingezäunten Bäume.

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