Maloche (2)

Die Händlerin Schultz hatte ihren Hund Rocco dabei, ein altes hässliches Tier mit braunschwarzem Fell. Ich hockte mich hin, Rocco kam auf mich zu gewackelt, leckte mir einmal über die Hand und entfernte sich wieder. Er erscheint mir unwirklich, wie jenseitig.
Vielleicht habe ich diese Idee, weil ich gestern im Radio eine Sendung über die Weltreligionen und ihre Auffassung von „Wert und Würde des Tieres” gehört habe, in der unter anderem die Frage aufgeworfen wurde, ob Tiere ein Leben nach dem Tod erwarte.

Heute morgen hatte der Bewegungsmelder schon gemuckt, das Licht war an. Habe ich einen falschen Zusammenhang hergestellt, sind die Lampen mit einer Zeitschaltuhr verbunden? War ich beduselt von meinem bröseligen Schlaf?
Am Ende der Garagenausfahrt wartete ich einen Moment, weil ein Polizeiauto vorbeifuhr.
Ich war fünf Minuten später als gestern, so verschob sich alles.

Unterwegs formte mein Gehirn das Wort „Gülle”.

Ich sagte Helmut „Guten Morgen!”, von ihm kam ein bedächtiges „Morgen” zurück. Er schloss sein Fahrrad ab, postierte sich daneben, am Eingang, rauchte eine Zigarette. Ich hätte auch rauchen können, aber mir war nicht danach.
Um 5.20 Uhr setzte Vogelgesang ein.

Vor der Arbeit hatte ich noch Zeit zu lesen, doch es gab zu viel Unruhe, und ich ließ es. „Voorzichtig, de kettingbaan gaat lopen”, kam dann schon die Durchsage.

Ich war im niederländischen Netz.

Heute liefen weniger CC-Container (deense karren), um kurz nach zehn war die Arbeit getan. Mamut stand da auf seinem Elektroschlepper mit einem Klemmbrett und notierte sich die Zeiten.
Zwischendrin war Udo angeradelt gekommen und hatte mir eine kleine dicke Rolle mit Aufklebern übergeben, alle mit der Aufschrift „29”. Die Karren, die ich auf die Stellplätze geschoben habe, muss ich mit dieser Nummer kennzeichnen, damit ich im Falle eines Irrtums als Urheber identifiziert werden kann.
Die Kameras der Videoüberwachung habe ich noch nicht entdeckt.

Heute werde ich versuchen, früh schlafen zu gehen, spätestens um zehn. Ich habe keine Lust, vernünftig zu sein, aber was hilft’s.

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