Zur Arbeit

Dieser stechend scharfe Geruch, S-Bahn Frankfurter Allee
Rigaer Straße! Sehenswürdigkeiten auf paar hundert Metern: ein abgelegter Hoody,
herrenloses Essen auf dem Tisch vorm Imbiss, eingetütet, erkaltet, wischen
Hundekotbeutel durchs Bild, hingefläzte
Kartonagen. Gekralle von Tauben vom Sims herab. Nebelkrähen.
Eine Wanne steht da immer. Ist was los, gibt was zu gucken.
Dann paar Stufen ins Atrium, „Arcadia”
Eigenwerbung: Wohlfühlhotel

Rheinischer Hof

Zum Goldenen Löwen
Zum Schwarzen Pferd
Zum Schwarzen Raben
Zum Blumenkranz

Zum Tannenbaum
(Linden- Palm-)
Zu den drei Hufeisen
Zu den drei Scheren

St. Sebastianus (Geschw. Schülter)
St. Augustinus (Therese Mürtz)

Janssen
Verhasselt
Pesch
Voss

Zur Goldenen Kugel
Zum Goldenen Faß

Virus total

Rainer Moritz hat über das Gablenberger Tagblatt geschrieben. Das Cover ist anders. Es zeigt Photographien von Puddingen. Die Kritik erregt Aufsehen.”
So notierte ich mir neulich einen Traum. Wie das Gablenberger Tagblatt hineinkommt, kann ich mir denken. Der Auftritt der Betriebsnudel ist mir ein Rätsel, die Puddinge hinwiederum ergeben vielleicht einen Sinn.

Hier nun einmal wieder ein vernünftiger Beitrag für die Allgemeinheit. Um mir mein geschätztes Lenovo ThinkCentre nicht zu verderben, habe ich den guten Rat erhalten, vor jedem Download die Seite VirusTotal zu konsultieren.
(Das war’s schon.)

Ich wollte meine digitale Musiksammlung mit John Coltrane eröffnen, und zwar mit Ascension, dieser langen, energiesprühendenstrotzenden Gruppenimprovisation, aus der im Wechsel die Soli heraustreten und wieder zurücktreten, stolz und demütig. Hatten sie bei iTunes aber nicht auf Lager und so bin ich auf A Love Supreme ausgewichen – ein würdiger Ersatz.
Mein Plan, einige meiner CDs auf den Computer zu überspielen, lässt sich nicht ohne weiteres verwirklichen, da CD-Player und Computer nicht zusammenpassen. Mal sehen, es wird schon eine Lösung geben.

In der Vorberichterstattung über den 26. open mike stolperte ich über den Satz:
„Von 2014 bis 2018 betrieb er den Verlag BRUETERICH PRESS.”

Ich habe erwogen, in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands einzutreten.
Aber ich bin ja Niederrheiner, die tun alles bedächtig, und so werde ich wahrscheinlich bis Anfang nächsten Jahres weiter überlegen. Meine Eltern haben (glaube ich) immer schwarz gewählt, waren keine Parteimitglieder. Kräftige demokratische Parteien wirken stabilisierend, bilde ich mir ein. Mir ist klar, dass die S.P.D. zur Zeit in schlechter Verfassung ist, ich hege aber die Hoffnung, dass sie wieder espedeiger wird.

Vielleicht fange ich wieder an zu zeichnen. Ich komme darauf, weil ich neulich eine Bekannte von vor dreißig Jahren wiedertraf, die an unsere beiden Kunstlehrer Wans und Mirbach erinnerte. (Mirbach hatte sich einige der Blätter mit nach Hause genommen; kurz bevor er starb, trafen wir uns in einem Café, da gab er sie mir wieder. Ich habe vor allem Musiker in Pluderhosen und mit Ballonärmeln und Tiere gezeichnet.) Irgendwann hört man auf zu zeichnen. Es gibt keinen Grund, nicht wieder damit anzufangen.

„Denke daran, daß nach den großen Zerstörungen
jedermann beweisen wird, daß er unschuldig war.”
Günter Eich, Träume (1951)